Chronik


1972, zwei Wochen vor Weiberfastnacht, beschlossen einige Oberpleiser Frauen, dass es wieder einen Weiberkaffee mit karnevalistischem Programm in Oberpleis geben soll. In kürzester Zeit wurde die Sitzung vorbereitet und Sketche geprobt. Man fuhr vom Wiedtal bis nach Meckenheim, um Musik und Programm zu organisieren, und sogar Orden wurden noch aus Bierdeckeln gebastelt. Für den Kartenverkauf gingen die Frauen in Oberpleis von Tür zu Tür, und so hat es geklappt:

An Weiberfastnacht 1972 marschierten Anneliese Bellinghausen, Eleonore Bellinghausen, Christa Großmann, Martha Hödtke, Ruth Klein, Margret Kurenbach, Alwine Krey, Erika Mies, Therese Reese, Annemarie Reuter, Marlene Westhofen, Marita Wirtz und Christel Zimmermann als „Zunftfrauen“ in den vollbesetzten Saal im Post Mattes Eck ein und feierten mit den Oberpleiserinnen Karneval.

Zunftfrauen Pleeser Wind e.V. :: Chronik
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Bei Sketchen wie „Der Boxkampf“ oder „Tanzpaare“, Livemusik und guter Stimmung gab es für die Damen im Saal selbstgebackenen Kuchen. Dafür sorgten die Zunftfrauen, ebenso wie für die belegten Brötchen in der Pause. Gerne erinnert man sich noch, dass es natürlich nicht irgendeinen Kuchen gab, es durfte ruhig mal eine Schwarzwälder Kirschtorte sein, genauer gesagt pro Zunftfrau fünf bis sechs, die von den anderen kritisch betrachtet wurden, ob sie auch schön genug verziert waren, um sie an Weiberfastnacht anzubieten.

Manche der 13 Zunftfrauen waren nur kurze Zeit aktiv, dafür kamen andere hinzu. Präsidentin der Zunftfrauen aber blieb von 1972 bis einschließlich 1992 Anneliese Bellinghausen. In dieser Zeit traten die Zunftfrauen in vielfältigen Kostümen auf. Unvergessen sind die Tangokleider, die Schneemänner, die My-fair-lady-Kostüme, die Hühner, die Hofdamen, Charlie Chaplin oder auch die Streitmacht der Zunftfrauen. Bis 1977 feierten die Zunftfrauen jedes Jahr im Post Mattes Eck, 1978 fand die Sitzung in einem Zelt statt und seit 1979 ist der Ort der Weibersitzung die Aula in Oberpleis. Die Zunftfrauen stellten ihren halben Hausstand für die Sitzung zur Verfügung und selbst das heiße Spülwasser wurde zuerst von zuhause mitgebracht.

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Natürlich gingen die Zunftfrauen von Anfang an auch im Oberpleiser Karnevalszug mit. Einen Wagen hatten sie nur selten, um so stolzer war man auf den prächtigen Wagen in Form eines Hutes zum jecken Jubiläum „11 Jahre Zunftfrauen“.

Um auch außerhalb des Karnevals den Zusammenhalt als Gruppe zu fördern, gründeten die Zunftfrauen 1976 einen Kegelclub, der sich noch heute ein Mal im Monat trifft. Sie tourten in die schönsten europäischen Städte und Urlaubsregionen wie z.B. Paris, Berlin, Straßburg, München, Nizza und Budapest. Sie fuhren nach Mallorca, auf die Insel Krk und an den Luganer See.

Von allen heiß ersehnt war auf Tour immer der „Budenzauber“, der maßgeblich von der Präsidentin Anneliese Bellinghausen mitgestaltet wurde, die sich zum Beispiel nicht scheute, in Berlin im Kostüm des Berliner Bären durch das Hotel zu laufen, um mit ihren Zunftfrauen Spaß zu haben. Überhaupt hätte man sich keine bessere Präsidentin als Anneliese Bellinghausen wünschen können. Sie hat nicht nur die jährliche Sitzung geleitet, sondern auch bei allen anderen Aufgaben mitgeholfen, seien es die zahlreichen Kuchen, die sie gebacken hat oder die Sketche, die sie gespielt hat. Sie hat die Kasse geführt, bei allen anstehenden Feiern für ein unterhaltsames Programm gesorgt und die Zunftfrauen immer wieder zu ihren legendären Hüttenabenden eingeladen. Selbst im größten Stress der Sitzungsvorbereitung war es für sie eine Ehrensache, „ihre“ Zunftfrauen zu einer privaten Karnevalsfeier zu sich nach Hause zu bitten, weil ja an Weiberfastnacht für die Zunftfrauen selber das Feiern nicht im Vordergrund steht.

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1992 trat die erste Garde der Zunftfrauen zurück und übergab die Organisation der Oberpleiser Weiberfastnacht an die Tanzgruppe „Funkenfrauen“. Diese gründeten 1993 den Verein „Zunftfrauen Pleeser Wind e.V.“. In den Vorstand wurden gewählt: als 1. Vorsitzende und Präsidentin Angelika Lichtenberg, als Kassiererin Marianne Jonas und als Beisitzerin Juliane Dohle. Angelika Lichtenberg leitete bis 2003, also 11 Jahre lang, die Oberpleiser Weibersitzung.

Die Tradition des „Weiberkaffees“ mit selbstgespielten Sketchen und Vorträgen bei Kaffee und Kuchen wird bis heute fortgeführt, wobei sich die Zunftfrauen jetzt fortlaufend verjüngen, denn wenn verdiente Zunftfrauen im KEC, also im KirmesErdbeerClub, aktiv werden und auf der Kirmes Erdbeerhümpchen ausschenken, haben sie doch vorher dafür gesorgt, dass neue motivierte Mitglieder in den Verein „Zunftfrauen Pleeser Wind e.V.“ aufgenommen wurden. Im Amt der Präsidentin folgte auf Angelika Lichtenberg Irmi Schulz. Unter ihrer Führung wurde nach der Sitzung die große Party mit DJ ins Leben gerufen. Eines der beliebtesten Kostüme der „neuen“ Zunftfrauen war das Inderinnen-Kostüm, aber auch an die kreativen Verkleidungen aus Plastiktüten oder Planschbecken erinnert man sich gerne. 2007 kehrte unsere Präsidentin von einer Kreuzfahrt nicht wieder heim. Bei der Sitzung 2008 war der Platz der Präsidentin in unseren Herzen noch nicht wieder frei. Irmi fehlte uns während der ganzen Session. Die Moderation der Weibersitzung teilten sich in dem Jahr Conny Klein und Sylvia Krey. 2009 sollte es wieder eine Präsidentin geben, wir wählten Sylvia. Seitdem führt sie bestens vorbereitet durch das Programm, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht.

Wir danken unseren Vorgängerinnen sehr für die Informationen und die zur Verfügung gestellten Fotos, ganz besonders Marlene Westhofen, Christel Zimmermann, Liesel Röttgen, Angelika Lichtenberg und Juliane Dohle. Ergänzungen und Korrekturen nehmen wir gerne entgegen.

Zunftfrauen Pleeser Wind e.V. :: Jubiläumsgruß

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